Schwarzzucht

Ein Lebensgefährte für etwa 15 - 20 Jahre und länger sollte mit Verstand und Mühe ausgesucht und nicht vom Preis abhängig gemacht werden. Wem ein Tier schon bei der Anschaffung wenig wert ist, der kalkuliert womöglich später auch seine Tierarztkosten nach dem der Kosten-Nutzen-Rechnung. Es gibt leider Menschen die glauben, dass Katzenzüchter ein Vermögen verdienen und durch die Zucht reich werden. All jenen sei dieser Text gewidmet und allen anderen möge er eine Hilfestellung beim Kittenerwerb sein. Ich glaube:  Reich ist der, der die nächsten 15 Jahre eine liebe Katze besitzen wird, die ihn bei Kummer tröstet, statt Kummer zu bereiten.

Warum ist eine Rassekatze bei einem Züchter teuer und bei einem Schwarzzüchter günstig? Weil bei dieser Schwarzzucht (Massenzucht) enorme Kosten eingespart werden. Denn: Nur wer billig "produziert" kann auch billig verkaufen. Den Preis zahlen in erster Linie die Tiere (niedrige Lebenserwartung), aber auch die neuen Besitzer, denn diese kommen in den wenigsten Fällen wirklich preisgünstig davon. Die Kitten werden nicht oder nur teilweise geimpft und entwurmt.

Viel zu Früh verkaufen sie die Kitten und somit wird viel Geld für Futter und Katzenstreu eingespart. Die Kleinen verpassen die wichtige Prägungsphase. Im Alter zwischen 8-12 Wochen lernen sie durch die Mutter wichtige soziale Regeln für das spätere Leben.

Inzucht ist nicht auszuschließen, da die Elterntiere oft keinen Stammbaum besitzen. Einen Verein der verhindern kann das die Katzen als Zuchtmaschinen enden gibt es nicht. Es ist nicht selten das die Mutterkatzen kurz nach der Geburt neu eingedeckt werden, obwohl die Kitten noch säugen. In dieser Schwarzzucht gibt es keine Liebe zum Tier -  hier zählt nur eins und das ist Geld mit der Zucht zu verdienen. Oft werden billige Tiere, teilweise von "Massenzüchtern" aus Zeitungsanzeigen oder gar dem benachbarten Ausland mit versteckten Krankheiten, durch häufige Tierarztbesuche schnell zur absoluten Kostenfalle. Oft haben diese armen Wesen noch nie einen Tierarzt gesehen und haben statt eines einwandfreien Gesundheitszeugnisses Ungeziefer wie z.B. Ohr-Milben, Unterleibsprobleme, Würmer, Hautpilz, Flöhe etc. im Gepäck. Sicher mag es verlocken eine Maine coon für 250 Euro zu bekommen. Aber nicht selten zahlt man anschließend beim Tierarzt drauf.

Wir möchten allen Kitteninteressenten ans Herz legen - gehen Sie zu einem Züchter der bei einem Verein registriert ist und dessen Babys vom Verein ausgestellte Papiere besitzen. Der Stammbaum, Impfpass, Vertrag gehören so dazu wie Geburtsurkunde und Personalausweis. Eine Katze ohne Papiere ist laut Gesetz keine Rassekatze, auch wenn ihre Eltern Papiere hatten.

JEDER kann Mitglied bei einem Verein werden und Katzen züchten sofern er das möchte. Es gibt keinen vernünftigen Grund Katzen "OHNE VEREINSZUGEHÖRIGKEIT" zu züchten- außer man hat etwas zu verbergen bzw. man möchte sich nicht an die Regeln halten die den Katzen zugute kommen sollen. „Züchter“, die ohne Vereinsmitgliedschaft züchten, fürchten die Kontrolle.

Aber warum ist eine Rassekatze nun so viel teurer? Da verdient der Züchter sicher ein Vermögen. 
 
Schon immer sehen sich gerade seriöse Züchter gezwungen, sich gegen solche Behauptungen zur Wehr zu setzen. So werden von manchen auf "Heller und Pfennig" die Kosten aufgelistet um zu beweisen, dass hier kein Geld verdient wird. Da auch ich es inzwischen leid bin, mich am Telefon für meine (bereits am unteren Limit kalkulierten) Preise rechtfertigen zu müssen- habe ich mich entschlossen hier einmal meine Ausgaben zusammen zufassen. Aber ich gebe zu bedenken, das sich die Arbeit und Sorgen, die hinter der Aufzucht von jungen Kätzchen stehen, nicht auf den Kaufpreis niederschlagen. Die Liebe, Verantwortung und Fürsorge seinen Katzenkindern gegenüber ist ohnehin unbezahlbar.

Eine Hobbyzucht ist sehr zeitaufwendig, auch die Arbeit ist enorm und wenn man züchtet bedeutet das auch sich von seinen kleinen Zöglingen schweren Herzens zu trennen, was auch seelisch sehr kräftezerrend ist. So manche Nacht wird durchgemacht, da die Kleinen auch nachts gefüttert und sauber gehalten werden müssen. Aber es gibt eben auch die Glücksmomente wenn man neues Leben in den Händen hält und das grenzenlose Vertrauen der werdenden Mama, die mich bei der Geburt dabei haben möchte. Die schönen Fotos der inzwischen großen Kinder und die netten Berichte der neuen Dosenöffner. All das ist der wahre Züchterlohn.

Ich züchte meine Tiere, um die Freude an ihnen mit anderen ebenso tierlieben Menschen zu teilen, Menschen, die auch den besonderen Charme und die Schönheit eben meiner erwählten Rasse als etwas besonderes empfinden. Dabei erwarte ich von Ihnen Achtung und Anerkennung für meine Sorgfalt, Hingabe und ja, auch für den finanziellen Aufwand.

Ein Züchter ist in einem Verein registriert. Damit kann er alle kostenpflichtigen Leistungen des Vereins in Anspruch nehmen, wie Besuch der Ausstellungen, Stammbaumerstellung etc. Als Verbandsmitglied muss er dafür einen jährlichen Beitrag zahlen. Vor dem ersten Wurf muss ein Zwingername im Verband registriert werden. Der Zwingername ist quasi der Nachname der Tiere, die im Besitz des Züchters geboren werden. Anhand dieses Nachnamens kann man auch noch Jahre später den jeweiligen Züchter herausfinden. Um dies zu gewährleisten muss der Zwingername registriert werden. Die weltweite Registrierung des Zwingernamens kostet Geld. Die Anschaffungskosten für eine Zuchtkatze betragen nicht selten zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Sind die Katzenbabys auf der Welt müssen die erforderlichen Stammbäume beim Verband beantragt werden. Zuvor erfolgt die Wurfkontrolle und Wurfabnahme durch den Zuchtwart. Dieser Service des Verbandes kostet ebenfalls. Sobald die Jungtiere auf feste Nahrung umgestellt werden (etwa ab der vierten Lebenswoche) kommen auch noch Futterkosten hinzu. Ein Jungtier wird meist anfangs mit spezieller Kittennahrung gefüttert, die ebenfalls wieder etwas teurer als normales Nass- und/oder Trockenfutter ist. Und Katzenbabys sind immer hungrig...

Jungtiere werden von seriösen Züchtern grundsätzlich mehrfach entwurmt und geimpft abgegeben. Das bedeutet natürlich Kosten für mehrfache Tierarztbesuche und Medikamente. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die erwachsenen Zuchttiere. Fragen Sie danach, dies ist ein kostenintensiver Faktor, der jedoch unabdingbar ist und dem leider viel zu wenig Aufmerksamkeit vom Käufer beigemessen wird. Unsere Zuchttiere  müssen  jederzeit vollständigen Impfschutz aufweisen. Bei all diesen „normalen“ Vorgängen ist noch nicht berücksichtigt, dass in jedem Katzenhaushalt auch mal ein Tier erkrankt. Glücklicherweise handelt es sich meistens zwar nicht um ernsthafte Krankheiten, aber was ein Tier hat, haben schnell auch mehrere. Und in Züchterhaushalten leben naturgemäß keine Einzeltiere, sondern oft noch neben den aktuellen Zuchttieren und Babys auch Kastraten. 

Ältere Tiere werden meist kastriert, um unerwünschte Nachkommen zu verhindern, da seriöse Züchter nur mit gesunden Tieren bis zu einem gewissen Alter züchten. Hier können Komplikationen auftreten, die sich schnell recht umfangreich auf den Geldbeutel auswirken können. Die Katzen bekommen in der Regel sehr hochwertiges Futter, das optimal an ihre Bedürfnisse angepasst werden muss, damit sie fit und leistungsfähig sind und bleiben. Ergänzt wird ihr Speiseplan mit frischem Fleisch, Fisch und Vitaminen. Hinzu kommen dann noch Kosten für Streu, Spielzeug, Freigehege usw....
Ein Mehrkatzenhaushalt insbesondere mit Kitten hinterlässt Spuren. Finden Sie in dem Raum, in den Sie geführt werden keine, so sind die Katzen hier wohl selbst nur zu Besuch. Um uns wohlzufühlen und auch um den Kitteninteressenten nicht gleich zu verschrecken, ist hin und wieder auch die Renovierung beliebter Tapeten-Kratzstellen und die Anschaffung neue Möbelstücke anzuraten, da die kleinen Kitten erst noch erzogen werden wollen. Es leiden nicht nur die Gardinen, sondern auch angeknabberte Tisch- und Stuhlbeine müssen erneuert werden. Keine Sorge beim Auszug haben auch die hartnäckigsten Teppichflitzer gelernt wozu ein Kratzbaum gut ist und was das Wort „NEIN“ bedeutet. Doch zuvor gehen einige lehrreiche (einrichtungsschädliche) Wochen ins Land. Natürlich werden unsere Kitten stubenrein abgegeben, doch so kommen sie nicht zur Welt. Zuvor mussten einige Teppiche herhalten - bis auch der letzte Racker den Sinn von Katzenstreu entdeckt hat.  


Spätestens jetzt müsste jedem klar sein, dass der verantwortungsvolle und artgerechte Umgang mit den Tieren seinen Preis hat. Urlaub ist eigentlich unmöglich und sollten wir tatsächlich mal übers Wochenende verreisen, so brauchen wir eine zuverlässige Betreuung für unsere Katzen (Fressen geben, Toiletten reinigen, Fellpflege und natürlich Schmuseeinheiten). Weiterhin fallen nicht wenig Kosten für Homepageerstellung und Pflege, Zeitungsinserate, Telefonkosten und sonstige Werbemittel an. Es sind viele Anzeigen in der Tagespresse und in Fachzeitschriften nötig. Auf eine Anzeige melden sich ca. 1-5 Interessenten. Etwa 90% der Anrufern ist die Rasse unbekannt + sie kennen sich grundsätzlich nicht mit Rassekatzen aus: die erste oder zweite Frage gilt stets dem Preis und damit ist das Gespräch auch schon beendet. Es braucht also meist viele Anzeigen um einen Wurf von 4 Kitten zu verkaufen.

 

Fakt ist also, wer seriös Katzen züchtet und verkauft, hat eine ganze Reihe von festen und variablen Kosten, so dass er seine Jungtiere nicht nur „für ein paar Euro“ abgeben kann. So kann zumindest ein Teil der Kosten gedeckt werden. Dies ist der Grund, warum die sonst gierigen Finanzämter Katzenzüchter in Ruhe lassen. Schon allein aus dieser Tatsache können Sie ableiten, dass echter Gewinn bei seriöser Zucht und kaufmännischer Buchführung eben nicht zu machen ist.
Zum Wohle unserer Tiere wird die gezielte Zucht unter den bestmöglichen Voraussetzungen betrieben.
Sie erwerben einen Kameraden für die nächsten 15-20 Jahre, der sie bedingungslos liebt und mit Ihnen zusammen durch dick und dünn geht. Hören Sie bei der Auswahl auf ihr Herz, lassen Sie vielleicht sogar das Kitten entscheiden und lassen Sie sich aussuchen.

Sie haben es bis hierher ausgehalten? Herzlichen Dank, dann scheinen Sie tatsächlich Interesse an einer Rassekatze zu haben.